Koblenzer Schullandschaft muss gestärkt werden

Der aktuelle Schulentwicklungsbericht der Stadt Koblenz weist erschreckende Zahlen auf: „Der Rückgang der Schülerzahl hält unvermindert an. Seit 2019 ist die Schülerzahl um 1.600 bzw. 16 % geschrumpft. Grund genug, für die CDU Koblenz die Zahlen zu analysieren, die Konsequenzen zu erörtern, wenn dieser Trend fortgesetzt wird, und vor allen Dingen Lösungen zu fordern, wie der beschriebene Schrumpfungsprozess gestoppt wird.

„Koblenz ist – und soll es auch bleiben – ein wichtiger Bildungsstandort im Norden von Rheinland-Pfalz. Nicht nur die Universität Koblenz braucht eine starke Unterstützung von Politik und Verwaltung, sondern auch unsere gesamte Schullandschaft. Denn Bildungspolitik ist immer auch Standortpolitik. Sie darf zentrale Standorte wie Koblenz nicht schwächen, sondern muss sie stärken.“, fordert mit Nachdruck Josef Oster, MdB.

Aktuell hat man aber den Eindruck, dass das Koblenzer Schulverwaltungsamt vor den Schülerzahlen wie das Kaninchen vor der Schlange sitzt. „Wir nehmen Jahr für Jahr den Schrumpfungsprozess zur Kenntnis, aber wir hören von der Verwaltung keine Vorschläge, wie dieser Prozess zu stoppen ist. Als Christdemokraten erwarten wir, dass die Stadt als Schulträger gemeinsam mit den Schulleiterinnen und Schulleiter und der Schulbehörde eine aktivere Rolle in der Schulentwicklung einnimmt und nicht länger Schulentwicklungsberichte nur veröffentlicht.“, erläutert Julia Kübler, Sprecherin des Arbeitskreis Bildung der CDU Koblenz.

„Familien und deren Kinder haben ein Recht darauf, dass ihnen in Koblenz ein gleichwertiges Bildungsangebot in allen Schularten zur Verfügung steht und sie nicht länger glauben, sie müssten aus ihrer Sicht bessere Schulen im Stadtumland besuchen.“, so Katja Pick, Mitglied des AK Bildung.  Der Schrumpfungsprozess bei den Schülerzahlen werde auf lange Sicht Schulschließungen zur Folge haben. Damit würde nach Auffassung der Christdemokraten die Stadt nicht nur als Bildungsstandort an Attraktivität verlieren. Insbesondere junge Familien sollen in Koblenz leben, dafür muss die Stadt neben Wohnraum und der Kleinkinderbetreuung eine gute Infrastruktur in der Schullandschaft bieten. Indessen beweist der Schulentwicklungsbericht, dass in den letzten Jahren bis heute eine Abstimmung mit den Füßen stattfindet, die sich gegen Koblenz wendet. Dies hat nicht nur bildungspolitische, sondern auch soziale, kulturelle, ökonomische und ökologische Folgen für die Stadt. Es drohe Koblenz ein Bedeutungsverlust als Oberzentrum im Mittelrheintal. Darum müsse Bildungspolitik mehr als bisher kommunale Standorte stärken und nicht schwächen.

„Gerade jetzt ist der richtige Zeitpunkt sich mit einer guten Planung, der Stärkung der Zusammenarbeit des Schulträgers, Schulaufsicht und der Schulen besser für unsere Koblenzer Schullandschaft einzusetzen und dem Bedeutungsverlust unserer Stadt durch einen Rückgang der Schülerzahlen entgegenzuwirken. Wir hoffen, dass von Seiten der Landesregierung aktuell keine neuen Strukturdebatten ausgelöst werden, so dass in Koblenz vom Schulentwicklungsplan zu einer planvollen und integrierten Schulentwicklung aller für die Schulen Verantwortlichen übergegangen werden kann.“, erläutert Julia Kübler abschließend.

Auf der Homepage der CDU Koblenz finden Sie einen Aufsatz zum Thema vom Vorsitzenden des Arbeitskreises Bildung, Hubert Luszczynski. Darin nennt er aus seiner Sicht entscheidende Gründe für diese negative Schulentwicklung und fordert: „Bildungspolitik hat die Attraktivität von Städten zu fördern“.