Streichung von 310 Stellen im Schulbetrieb

Leserbrief zu den Plänen der Landesregierung Stellen im Schulbetrieb zu streichen

Effizienz oder Effektivität an unseren Schulen? - Nur effektiver Unterricht fördert jedes Kind!

In ihrer aktuellen Pressemitteilung teilt das Bildungsministeriums ein Streichung von 310 Stellen im Schulbetrieb mit. Dies ist aus bildungspolitischer Sicht meines Erachtens nicht nachvollziehbar. Die Stellen sollen als „Effekt struktureller Veränderungen“ eingespart werden. Dies werde unter dem Gesichtspunkt der Effizienz erfolgen. Das strukturelle Veränderungen durch den demographischen Wandel erforderlich sein werden, steht außer Frage.

Diese notwendigen Anpassungen gilt es aber geschickt umzusetzen und darf nicht zur finanzpolitischen Erbsenzählerei mutieren. Neben der 100 prozentigen Unterrichtsversorgung muss eine Steigerung der Qualität im Unterricht erfolgen. Aus eigener Erfahrung als Lehrerin an einer Realschule plus kann eine effektive Lösung nur darin bestehen, dass die in allen Schularten und Schulstufen die Klassengröße auf 24 plus 10 % Schülerinnen und Schüler gesetzt wird und somit die vom Gesetzgeber zwingend geforderte individuelle Förderung von junge Menschen in den Schulen endlich sichtbar wird. Sollte es darüberhinaus zu den vom Bildungsministerium angedeuteten Schulschließungen – wegen Unterschreitung der Zweizügigkeit – kommen, sind die dann freiwerdenden Lehrkräfte als „demografische Rendite“ aus dem angenommenen Rückgang der Schülerzahlen zwingend für den weiteren Ausbau der individuellen Förderung einzusetzen. Ebenso wird auch die notwendige Beschulung von Flüchtlingskindern für weiteren Bedarf an Lehrkräfte sorgen, der sich auch über die nächsten 4 Jahre hinaus erstreckt.

Dass darüber nachgedacht wird, im Zweifelsfall auch Grundschulen zu schließen, sollte immer eine letztmöglich Lösung darstellen. An dieses für jede Gemeinde folgenschweres Thema sollte gehutsam umgegangen werden. Zeigt die Landsregierung an dieser Stelle fehlendes Fingerspitzengefühl, werden tiefe Furchen in die Infrastruktur von Gemeinden gezogen. Für ein Flächenland wie Rheinland-Pfalz bedeutet einen nachlassende Wohnwert der Gemeinden und in der Folge eine Beschleunigung der Landflucht weg von den Dörfen in die Städte.

Die Effizienz Schulen und jungen Menschen mag für die Finanzministerin wichtig sei. Ein gute Bildungsministerin hat die Verantwortung für guten, weil effektiven Unterricht in überschaubaren Klassen auch an kleinen Schulen. Auch darauf kommt weiterhin auch nach dem Scheitern der exteren Evaluation durch eine AQS in Bad Kreuznach an.