Auch in Ganztagsschulen muss Schule stecken!

Koblenzer CDU-Arbeitskreis Bildung nimmt Arbeit auf

Um im zentralen Zukunftsthema Bildung noch kompetenter mitzuwirken, hat die Koblenzer CDU einen Arbeitskreis eingerichtet. Zu Beginn der ersten Sitzung hob der CDU-Kreisvorsitzende Andreas Biebricher die besondere Bedeutung des Arbeitskreises hervor: " Das Thema Bildung ist grundlegend für die Zukunft der jungen Menschen in unserem Land. Gute und bedarfsgerechte Schulen sind ein bedeutender Standortfaktor und entscheiden mit darüber, ob Städte und Gemeinden für Familien mit Kindern attraktiv sind." Darum erhoffe sich der Kreisvorstand vom neu eingerichteten Arbeitskreis auch auf diesem Gebiet richtungsweisende bildungspolitische Empfehlungen.

Als Vorsitzenden stellte Biebricher Regierungsschuldirektor a.D. Hubert Luszczynski vor. Mit ihm habe man einen ausgewiesenen Bildungsexperten gewinnen können, der jahrzehntelang Erfahrungen auf allen Ebenen im rheinland-pfälzischen Bildungswesen gesammelt habe. Er wird unterstützt von Julia Kübler als Sprecherin des Arbeitskreises. Als Mitglied des Koblenzer Stadtrats und des Schulträgerausschusses der Stadt Koblenz, vor allem aber durch ihren Beruf als Lehrerin, bringe sie ebenfalls vielseitige und praktische Erfahrungen mit.

Zum Auftakt seiner Arbeit setzte sich der Arbeitskreis mit dem Thema Ganztagsschulen auseinander. Auf der Grundlage aktueller Studien über deren Einrichtung wurde das Spannungsfeld betrachtet, in dem Ganztagsschulen stehen: auf der einen Seite vielfältige Versorgungs- und Betreuungserwartungen der Eltern an die Ganztagschulen – wie qualitativ hochwertiges Mittagessen, individuelle Förderung und Unterstützung bei der Erledigung der Hausaufgaben, so dass die häusliche Förderung minimiert werden kann. Auf der anderen Seite das deutsche Bildungssystem, dem internationalen Vergleichsstudien von Schülerleistungen (z.B. PISA) ab dem Jahre 2000 ein schlechtes Abschneiden im internationalen Vergleich bescheinigte. Daher habe die Bundesregierung seit 2003 ein milliardenschweres Investitionsprogramm mit den Ländern und den Schulträgern zur Einrichtung von Ganztagsschulen auf den Weg gebracht. Ziel des Ganztagsunterrichts sei vor allem die Verbesserung der Lesekompetenz sowie der Fähigkeiten im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich im internationalen Vergleich gewesen. Durch eine engere Abstimmung von Vormittagsunterricht und dem außerunterrichtlichen Förderangebot an Nachmittagen sollte mehr Zeit für die individuelle Förderung eines jeden Schülers zur Verfügung stehen. Die Zusicherung der Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder, eben dies zu gewährleisten, machte den Weg frei zur Auszahlung der Fördermittel an die Länder. Gemeinsam mit den kommunalen Schulträgern hatte das Bildungsministerium die Aufgabe, die für die Einrichtung von Ganztagsschulen erforderlichen personellen und infrastrukturellen Voraussetzungen zu schaffen. Doch wie lassen sich alle diese hohen Erwartungen von KMK und Eltern in der Ganztagsschule erfüllen? „Für uns ist es wichtig“, so Julia Kübler, „dass in der Ganztagsschule auch immer "Schule" steckt. Es darf nicht dazu kommen, dass die Kinder nachmittags nur verwahrt werden. Jeder junge Mensch hat das Recht auf Bildung und freie Entfaltung!"

Ziel der nächsten Sitzung, so Kübler, werde es sein, zum Thema „Ganztagsschule“ eigene Empfehlungen zu erarbeiten und zu verabschieden.