Der Terror geht auch nach Bin Laden weiter

Rolf-Tophoven-Koblenz-2015Terrorismusexperte Rolf Tophoven war Gast der CDU-Kreisverbände Koblenz, Mayen-Koblenz und Rhein-Lahn

Seit einigen Jahren ruft die CDU-Landtagsfraktion in jedem Jahr eine „Woche der Inneren Sicherheit“ aus, in der der Fokus in ganz besonderem Maße auf dieses Themenfeld gelegt wird. Während der diesjährigen Woche vom 20. bis zum 24. April hatten die CDU-Kreisverbände Koblenz, Mayen-Koblenz und Rhein-Lahn den renommierten Terrorismusexperten Rolf Tophoven nach Koblenz eingeladen, um über das Thema „Bin Laden ist tot – al-Qaida/IS lebt. Die Herausforderungen durch den islamistischen Terrorismus“ zu sprechen. Der Vorsitzende der Koblenzer CDU, Andreas Biebricher, MdL, freute sich, rund 80 Interessierte begrüßen zu dürfen, die den Weg in die Koblenzer Brauerei gefunden hatten, um den Ausführungen Tophovens zu folgen.

Einleitend stellte Biebricher fest, dass die beunruhigenden Nachrichten über die Ausbreitung des islamistischen Terrors im Nahen Osten und in Afrika zugenommen hätten und auch Europa inzwischen durch Anschläge fanatisierter Einzeltäter bedroht sei, wie u. a. an den Anschlägen in Paris zu Jahresbeginn zu sehen war. Viele Menschen fragten sich daher, wie hoch beispielsweise die Bedrohung durch Anschläge konkret bei uns in Deutschland sei oder welche Gefahr u. a. von Rückkehrern aus Syrien und dem Irak ausgehe, die dort für den sogenannten „Islamischen Staat“ gekämpft haben. „Das von kampferprobten und extrem fanatisierten Heimkehrern ausgehende Bedrohungspotential ist nur schwer einzuschätzen, dürfte aber erheblich sein“, meinte Biebricher, ehe er die Bühne für den Referenten freigab.

Neben einer umfassenden Übersichtsdarstellung der terroristischen Netzwerke in Zentralasien, Nahost und Afrika sowie der wichtigsten Protagonisten des Dschihadismus, ging Rolf Tophoven, der sich bereits seit den 70er Jahren in zahlreichen Publikationen mit dem Phänomen des Terrorismus auseinandersetzt, auch auf die Problematik radikalisierter Einzeltäter ein. Laut dem Leiter des Essener Instituts für Terrorismusforschung und Sicherheitspolitik gehe demnach von „Homegrown Terrorists“, wie beispielsweise den Attentätern von Paris, die im Januar die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ gestürmt hatten, eine erhebliche Gefahr aus. Gleiches gelte für besagte Rückkehrer, die zuvor in Terrorcamps ausgebildet worden seien und teilweise in Krisengebieten Kampferfahrung gesammelt hätten. Derzeit befänden sich unter den Kämpfern des sogenannten „Islamischen Staates“ wahrscheinlich rund 3.000 Europäer. Auch in Deutschland gebe es unter den rund 28.000 Islamisten ca. 3.500 gewaltbereite Dschihadisten, unter denen einige bereits eine terroristisch ausgebildet worden seien.

Im Anschluss an den spannenden Vortrag moderierte der als Innenpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion für die Organisation der „Woche der Inneren Sicherheit“ zuständige Kreisvorsitzende der CDU Rhein-Lahn, Matthias Lammert, eine angeregte Diskussion, bei der deutlich wurde, dass das Thema den Nerv der Anwesenden getroffen hatte. „Wir müssen die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen und unser Möglichstes tun, um unser Land zu schützen. Auch wenn es absolute Sicherheit in einer freien Gesellschaft nicht geben kann, sollten wir den Sicherheitsbehörden die größtmögliche Unterstützung zuteilwerden lassen, um es den Terroristen so schwer wie möglich zu machen“, resümierten Biebricher und Lammert abschließend.

Rolf Tophoven Koblenz 2015