Schüler Union Rheinland-Pfalz

Anna Zobel Schueler Union RheinlandBericht von Anna Zobel

Schon ist wieder fast ein Jahr Amtszeit in der Schüler Union Rheinland-Pfalz vergangen. In circa einem Monat, am 25./26.08.2018, werde ich auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz mein Amt als Landesvorsitzende der Schüler Union Rheinland-Pfalz an meinen Nachfolger übergeben. Gerne möchte ich Sie darüber informieren, was wir in meiner Amtszeit bisher gemacht und mit welchen Themen wir uns beschäftigt haben.

Neben vielen Veranstaltungen, Gesprächen mit bekannten Politikern (z.B. Johannes Steiniger MdB) an unseren 10 Landesvorstandssitzungen innerhalb meiner 1-jährigen Amtszeit, dem Austausch mit verschiedenen Verbänden z.B. dem Philologenverband und der GEW, der Reaktivierung von 4 Kreisverbänden, der Gewinnung von 40 Neumitgliedern innerhalb der ersten 3 Monate, Wahlkampfaktionen, einem Vortrag über die Geschichte Polens, Rhetorikseminaren, Firmenbesichtigungen bei Daimler, ZDF und einer Besichtigung des Landtages, haben wir an unseren letzten beiden Landesausschüssen und auch am vergangenen Landestag viele wichtige Beschlüsse gefasst.


Zum Beispiel haben wir am letzten Landestag beschlossen, dass kleine Grundschulen erhalten werden müssen „ […]Die Grundschüler aus strukturschwachen Regionen und leicht besiedelten Regionen dürfen unter keinen Umständen benachteiligt werden, weil dadurch nur der Zwang der Abwanderung für Familien aus ländlichen Regionen, aufgrund der schwierigen Infrastruktur verstärkt wird. Wir fordern daher weiterhin kurze Wege für kurze Beine und damit einhergehende Investitionen im Bildungsbereich, um kleine Grundschulstandorte zu unterstützen, statt sie aufzugeben.“ Mit dieser Forderung stellten wir uns klar gegen die rot-grüne Landesregierung, welche viele Grundschulen in ländlichen Regionen schließen möchte bzw. schon geschlossen hat.

Auch hatten wir an unserem ersten Landesausschuss das Thema E-Book Reader anstelle von Schulbüchern behandelt. Wir fordern als Schüler Union Rheinland-Pfalz, die Möglichkeit zu bieten, im Unterricht Schulbücher durch E-Book Reader zu ersetzen. „Die alleinige Funktion des E-Book Readers soll darin bestehen, dem Schüler alle benötigten Schulbücher kompakt zur Verfügung zu stellen. Besonders jüngere Schüler haben oft große Probleme mit der Last des Schulranzens, doch auch ältere Schüler lassen hin und wieder ein schweres Buch lieber zuhause, statt es mit in den Unterricht zu nehmen, um den Schulweg zu Fuß oder auf dem Fahrrad weniger mühsam zu gestalten. Gewöhnliche Tablets mit der Möglichkeit des Internetzugangs sind allerdings nicht die Lösung, so soll der Unterricht durch die ständige Verfügbarkeit aller Schulbücher bereichert und nicht dadurch, dass Schüler durch Apps und Spiele abgelenkt werden, beeinträchtigt werden. E-Book Reader mit einer alleinigen Lesefunktion können so den Vorteil der Gewichtsreduzierung umsetzen und gleichzeitig kann eine Ablenkung der Schüler ausgeschlossen werden.“

Als Landesverband setzen wir uns außerdem für eine Gewährleistung ausreichender EDV-Wartung durch IT- Fachkräfte ein. An unserem zweiten Landesausschuss, einem gemeinsamen Landesausschuss der Schüler Union Rheinland-Pfalz und der Schüler Union Baden-Württemberg behandelten wir das Thema Antisemitismus an Schulen und in der Gesellschaft.

Ich selbst finde, dass es noch sehr viel in unserer Bildungspolitik zu tun gibt. So halte ich die Thematiken „Europa/Zweiter Weltkrieg und auch die Nachkriegszeit“ für grundlegende Themen, welche in unserem Lehrplan ausführlicher behandelt werden sollten. Zudem sollten Lehrer regelmäßig evaluiert werden, der Numerus Clausus für ein Medizinstudium auch durch Aufnahmetests oder andere Qualifikationen ersetzt werden können. Es sollte uns auch gelingen, dass wir an allen rheinland-pfälzischen Schulen ein Abitur haben, welches die gleichen Anforderungen hat. Bei diesem Thema sehe ich ein großes Problem der sogenannten Fachoberschulen oder Wirtschaftsschulen, an denen Schüler wesentlich leichter ein gutes Abitur schreiben können und das Niveau niedriger ist als an staatlichen und privaten Gymnasien.

Auch sollten wir uns in Rheinland-Pfalz überlegen, ob nicht die mündliche und schriftliche Abiturprüfung an sich weniger Gewichtung erhalten sollte, da es Personen gibt, welche über Jahre gute Leistungen erbracht haben und deren Abiturschnitt durch die 33,3%-ige Gewichtung der mündlichen und schriftlichen Abiturprüfung um 0,5 oder mehr runtergezogen wird. Andererseits würde, wenn z.B. das Abitur nur 10% der Abschlussnote ausmachen würde, dies zum verdienten Nachteil für Personen werden, welche jahrelang nichts für die Schule gemacht haben und alleine durch die Abitursprüfung ihre Abschlussnote bisher noch verbessern konnten.

Zudem finde ich, dass ein informeller Austausch und ein aktives Leben der Kultur auch vom gesamten Kollegium in Schulen als Vorbild notwendig ist. Das Leitbild und die Wertevorstellungen an Schulen müssen unseren Schülern nähergebracht werden, insbesondere deswegen weil in vielen Elternhäusern keine Werte mehr vermittelt werden. Dies bedeutet aber nicht, dass man die Erziehung komplett den Schulen überlässt. Es gibt jetzt schon viele Eltern die fälschlicherweise davon ausgehen, dass die Erziehung die Aufgabe der Lehrer ist.

Prinzipiell finde ich, dass wir noch viel in Rheinland-Pfalz tun können, damit sich unsere Bildungspolitik verbessert.

Anna Zobel
Landesvorsitzende der Schüler Union Rheinland-Pfalz