Sich geistigen Herausforderungen stellen und länger fit bleiben

CDU Senioren Union unterzieht sich einem ungewöhnlichen Gedächtnistraining in der DRK Begegnungsstätte

Das hatte es noch nicht gegeben. Monika Artz hatte Mitglieder und Gäste der Senioren Union zu einer ungewöhnlichen Veranstaltung eingeladen: Zu einem Gedächtnistraining ganz besonderer Art. Angeboten von einem Mathematiker. Wer würde diese Einladung annehmen? Es kamen 40 Personen, interessanterweise 34 Frauen und sechs Männer. Angekündigt war, dass es darum ging, mit Hilfe von logischem Denken mathematische Rätsel zu lösen. Haben Frauen Nachholbedarf in logischem Denken oder sind sie fitnessbewusster als Männer? Das letztere kann man wohl bejahen. Zunächst stellte sich der Referent Dietrich Lissautzki vor. Er sei 75 Jahre alt, ehemaliger Studiendirektor am Max von Laue Gymnasium und habe Mathematik studiert. Dass dieses Fach zu seiner Leidenschaft geworden ist, war unverkennbar. Im Ruhestand dient es ihm vor allem als Trainingsfeld für logische Denkaufgaben, die sich mit mathematischen Verfahren lösen lassen. Zu diesen Matherätseln hat er ein Buch verfasst,(„Klug gedacht – leicht gemacht“) in dem er die Rätsel illustriert darstellt. Für den Leser ist die Nebenseite freigelassen, dort kann er das Ergebnis der Denkaufgabe per Hand eintragen. Einige der Beispiele, die er der Besuchergruppe als Denksportaufgabe stellte, sind darin enthalten. Aber zuerst ging es an die Motivierung der Teilnehmer.

Neurologen und Gehirnforscher haben festgestellt, dass Menschen, die sich schon in der Mitte ihres Lebens geistigen Herausforderungen stellen, länger fit bleiben. Niemand wisse, ob er im Alter an einer Alzheimer Erkrankung leiden werde. Erwiesen sei, dass man dieses Schicksal um etwa 7 Jahre herausschieben könne, wenn man sein logisches Denkvermögen, seinen Verstand, trainiert. An komplizierten Rätselfragen, die man mit umfangreichen Rechenverfahren, die wir alle in der Schule gelernt haben, lösen kann, ließ er die Teilnehmer nach einfachen Lösungen suchen, die schnell zu Ergebnissen führen. An einem bekannten Beispiel aus der Grundschulzeit des großen Mathematikers Gauß, zeigte er auf, wie man sich langwieriges Rechnen wofür eine Schulstunde nicht reicht, ersparen kann. Es würde auch heute mit einem Taschenrechner einige Zeit brauchen. Gauß hatte durch Nachdenken einen einfachen Lösungsweg gefunden. Der Referent erzählte von hochbegabten Schülern, die er erlebt hat, die über solche Fähigkeiten verfügen. Die Aufgaben, die er uns stellte, verlangten nicht, dass wir Genies sind. Er zeigte den Teilnehmern Wege auf, wie man es macht. Vor allem mutige Damen ließen sich nicht lange bitten mitzumachen. Auch ein Bilderrätsel wurde im Kollektiv gelöst. Dass gewisse mathematische Grundkenntnisse erforderlich waren, ließ sich zunächst nicht erkennen. Man musste nur detailgenau hinschauen und mathematisches Alltagswissen nutzen. Ein logisches Denkspiel mit Spielkarten an einem Whiteboard lockte einige Damen zum Lösungsversuch. Die Lösung war dann doch schwieriger als gedacht.

Frau Artz dankte dem Referenten mit einem Weinpräsent. Die Teilnehmer hatten sich mit leckerem Glühwein „eingeheizt“. Vor der Liebfrauenkirche war gerade der Weihnachtsmarkt eröffnet worden.

SU DRK 2016 12

Foto: Rüdiger Brennig