versprochen-gebrochen

Kurzbilanz

Die SPD hat 10 Prozent verloren und musste deshalb eine Zwangsehe schließen. Man merkt jetzt: Die Flitterwochen waren nur kurz und sind vorbei. Es folgt der Ehestreit:

  • Frau Lemke will kein Geld mehr für die Formel 1, Herr Lewentz sehr wohl,
  • das Innenministerium findet die Formel 1 Verträge OK, die Grünen fordern eine genaue Prüfung,
  • Herr Hering will die NPD verbieten, die Grünen wollen das nicht,
  • Minister Hartloff fühlt sich als "Sündenbock" beim Streit um das Oberlandesgericht,
  • die stellvertretende Ministerpräsidentin Lemke fordert öffentlich "mehr Miteinander" in der Koalition,
  • der Vorsitzende der Grünen-Regierungsfraktion, Daniel Köbler, erinnert Ministerpräsident Beck daran, dass die Zeiten der "Basta-Politik" vorbei sind, und
  • Herr Beck will nicht mit Herrn Köbler gemeinsam zu Mainz 05 gehen.

“VERSPROCHEN-GEBROCHEN” 100 Tage Rot-Grün (PDF)

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Erneut wurde das OLG Koblenz und die damit verbundene sogenannte Justizreform der Rot-Grünen Landesregierung in einer überregionalen Zeitung kritisch aufgegriffen.

Die „Berliner Zeitung“ vom 1. August titelt in ihrem Leitartikel „Missbrauch der Politik“. Den vollständigen Artikel können Sie online unter folgendem Link abrufen: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/politik/353015/353016.php

Der Auftritt des Justizministers Hartloff am Oberlandesgericht Koblenz hat die Ängste der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verstärkt und zu großer Betroffenheit geführt. Auf alle wesentlichen Fragen des Publikums konnte er keine Antwort geben und präsentierte sich mit geradezu hilfloser Ahnungslosigkeit. Er wusste weder, warum das Oberlandesgericht Koblenz zur Disposition steht oder mit welchem Ziel die Maßnahmen erfolgen sollen, noch konnte er sich zu den bevorstehenden Erprobungs- und Beförderungsschwierigkeiten äußern. Zudem widersprach Hartloff sich mehrmals. Er sagte, man müsse die Planung diskutieren und eventuell neu überdenken, aber andererseits betonte der Justizminister, dass das Ergebnis schon feststehe und man keine Begründung bräuchte. Die politische Entscheidung wird folglich komplett an den Menschen vorbei getroffen. weiterlesen »

rosenbauer
„Die CDU ist kraftvoll und erfolgreich in die neue Legislaturperiode gestartet“, erklärte der CDU Generalsekretär Dr. Josef Rosenbauer heute in Mainz. „Nicht nur die interne Stimmung, sondern auch neue Umfragewerte belegen dies. Nach dem Kopf-an-Kopf-Rennen im Wahlkampf und einem denkbar engen Ausgang zwischen den beiden großen Parteien bei der Landtagswahl im März liegt die CDU nun klar vorne.“

Wäre am Sonntag Landtagswahl, würden sich 38 Prozent für die CDU entscheiden. Nur noch 34 Prozent setzen auf die SPD. 15 Prozent würden das Kreuz bei Bündnis90/DieGrünen machen. Es bliebe bei einem drei Parteienparlament, mit einem klaren christdemokratischen Schwerpunkt. Auch Julia Klöckner gewinnt weiterhin an Sympathie. Sie legte bei den Werten zu, Beck hingegen verlor. „Hervorragende Auftritte im Parlament und ihre Durchsetzungskraft sind die großen Stärken von Julia Klöckner. Wir starten mit besten Voraussetzungen“, bestätigt Rosenbauer.

Die Landesregierung hingegen hat ihre ersten Wahlversprechen bereits gebrochen. „Bei der Bildung wird nicht gekürzt“ lauteten die Bekenntnisse der SPD und Grünen noch im Wahlkampf. „Heute sieht die Welt völlig anders aus. 2000 Lehrerstellen werden abgebaut. Trotz Rekordunterrichtsausfall wird nicht für einen ausreichenden Pool an Vertretungslehrern gesorgt“, so Rosenbauer.

Im Koalitionsvertrag ist auf der fünften Seite zur lesen: „Wir wollen mehr Bürgerbeteiligung, denn die Menschen in Rheinland-Pfalz haben etwas zu sagen.“ Fakt ist, dass der versprochene Bürgerentscheid zur Mittelrheinbrücke von Rot-Grün wieder abgesagt wurde. „Bürgerbeteiligung ist nur dort erwünscht, wo sie der Regierungsmeinung entspricht.“

Julia KlöcknerDie Landesvorsitzende Julia Klöckner hat Forderungen von SPD und Grünen nach einer Gleichstellung des Islam mit den christlichen Kirchen scharf zurückgewiesen. “Eine solche Gleichstellung wird es in Deutschland nicht geben, denn die Voraussetzungen sind nicht gegeben. Außerdem wäre dies ein völlig falsches Signal”, sagte Klöckner am Donnerstag in Mainz.

“So lange wir noch über Probleme wie Zwangsheirat, Ehrenmorde oder mittelalterliches Geschlechterbild diskutieren müssen – und so lange Moslems, die zum Christentum übertreten, in weiten Teilen der islamischen Welt um ihr Leben fürchten müssen, ist an eine Gleichstellung überhaupt nicht zu denken.”

Vertreter von SPD und Grünen hatten sich dafür ausgesprochen, den Islam staatlich als Religionsgemeinschaft anzuerkennen und damit rechtlich den christlichen Kirchen gleichzustellen.

Julia Klöckner37-Jährige wurde in Mainz mit Traumergebnis zur neuen Vorsitzenden der Landespartei gewählt – Merkel: „Rheinland-Pfalz wird unter Wert regiert“

Zur „Krönung“ kam die Kanzlerin: Julia Klöckner erhielt bei ihrer Wahl zur CDU-Vorsitzenden einen großen Vertrauensbeweis ihres Landesverbands. Rückendeckung beim Kampf um das Amt der Ministerpräsidentin bekam sie zudem von der CDU-Bundesvorsitzenden Angela Merkel. weiterlesen »

Nachstehend die Wahlergebnisse vom 64. Landesparteitag der CDU Rheinland-Pfalz:

Vorsitzende:
 Julia Klöckner (96,9 %)

Stellvertreter:
 Christian Baldauf (95,3 %)
, Günther Schartz (88 %)

Schatzmeister:
 Peter Bleser (95%)

Beisitzer:

Kirsten Beetz (78,3%) [Bezirksverband Koblenz-Montabaur]

Dr. Martin Binder (89,8%) [Bezirksverband Rheinhessen-Pfalz]

Markus Condrad (81,8%) [Bezirksverband Rheinhessen-Pfalz]

Dr. Michael Fuchs, MdB (81 %) [Bezirksverband Koblenz-Montabaur]

Heike Hermes (78,9 %) [Bezirksverband Trier]

Bernhard Kaster, MdB (83,2 %) [Bezirksverband Trier]

Alexander Licht, MdL (75,4 %) [Bezirksverband Trier]

Dr. Eva Lohse (95,7 %) [Bezirksverband Rheinhessen-Pfalz]

Dr. Bernhard Matheis (85 %) [Bezirksverband Rheinhessen-Pfalz]

Georg Moesta (67,9 %) [Bezirksverband Koblenz-Montabaur]

Tobias Ody (84,2 %) [Bezirksverband Koblenz-Montabaur]

Tobias Petry (83,7 %) [Bezirksverband Koblenz-Montabaur]

Anja Pfeiffer-Matheis (69,8 %) [Bezirksverband Rheinhessen-Pfalz]

Dorothea Schäfer, MdL (69,8 %) [Bezirksverband Rheinhessen-Pfalz]

Johann Nicolai Schenk (63,1 %) [Bezirksverband Rheinhessen-Pfalz]

Politik lebt vom Austausch, von der Kommunikation mit der Bevölkerung, aber auch von der gegenseitigen Information innerhalb der Partei. Die CDU-Landtagsfraktion setzt sich im Mainzer Landtag für christlich-demokratische Schwerpunkte ein, genau wie Sie in den Stadträten und Kreistagen vor Ort, oder als Bürgermeisterin und Bürgermeister Ihrer Städte und Gemeinden.
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CDU-Spitzenkandidatin will von Gegenwind aus Berlin nichts wissen – Finanzen und demografischer Wandel als zentrale Themen – Wahlkampf im Bus

Von unserem Mitarbeiter Frank Giarra

Rheinland-Pfalz. Mobiles Duell, Teil zwei: Vier Wochen nach der viel beachteten Sommerreise von Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) ist auch seine CDU-Herausforderin Julia Klöckner zu einer Bustour durchs Land aufgebrochen. Mit an Bord: rund 30 Medienvertreter aus dem ganzen Bundesgebiet.

Die 37-Jährige von der Nahe wirkt fröhlich, dynamisch und unbekümmert. Keine Spur von Nervosität. Mitunter plaudert sie einfach munter drauflos. Dass die Umfragen keine Wechselstimmung bei der Wählerschaft verheißen und aus Berlin eher Gegenwind kommt, wischt Klöckner vom Tisch. Gewählt wird erst im März, sagt sie.

Ihr Credo: „Das System Beck, in dem gemauschelt wird und Posten für Parteifreunde geschaffen werden, muss weg.“ Nach 20 Jahren SPD-Regierung sei es „Zeit, dass Luft reinkommt und erneuert wird“. Ministerpräsident Kurt Beck habe „sicherlich Verdienste, aber auch eine Verschuldung wie sonst nirgendwo zu verantworten“. Beck rede vom Gestern, „ich vom Morgen“. Es liege ihr, Etabliertes infrage zu stellen.

Solide Finanzen und ein konsequenter Schuldenabbau sind ein zentrales Wahlkampfthema der früheren Deutschen Weinkönigin. Das zweite bezieht sich auf die Bildung. Klöckner will die Schulstrukturreform der SPD-Landesregierung mit der neuen Realschule plus nicht abschaffen, aber sie plädiert für eine „Qualitätssteigerung“. Damit meint sie zum Beispiel den hohen Unterrichtsausfall, der von Lehrern, Eltern und selbst Schülern massiv beklagt werde.

Das dritte Wahlkampfthema der Union wird bei der Journalistenreise intensiv beleuchtet. Es geht um den demografischen Wandel. Klöckner hält es für geboten, ein Ministerium zu schaffen nach dem Vorbild Nordrhein-Westfalen, in dem das Thema gebündelt und koordiniert wird. Deutschland habe nach Italien und Japan die älteste Bevölkerung. 2050 werde jeder dritte Rheinland-Pfälzer älter als 65 sein, begründet sie. Das Land müsse attraktiver werden für junge Familien und brauche dringend Fachkräfte.

Die Siemens AG in Frankenthal, erste Reisestation, versucht, mit Arbeitszeitmodellen ältere Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden. Im Dynamikum auf dem Gelände der ehemals größten europäischen Schuhfabrik in Pirmasens, einer Stadt, die in den vergangenen Jahren fast 20 000 Einwohner verloren hat, heißt das Stichwort Strukturwandel. Die Kommune und ihr Oberbürgermeister Bernhard Matheis (CDU) versuchen, ihn unter gezielter Einbindung der älteren Generation zu meistern. Im pfälzischen Rockenhausen geht es um die Pflege, der bundesweit 300 000 Arbeitskräfte fehlen, Tendenz steigend. Hier wartet ein Überraschungsgast: Heiner Geißler, Ex-Sozialminister und CDU-Generalsekretär. Klöckner hat mit dem Sozialexperten viel geredet und versteht sich sehr gut mit ihm. Sie teilt seine Ansichten, obwohl die für manchen in der Union seit Jahren (zu) revolutionär klingen. „Wir haben einen nackten, brutalen Kapitalismus“, sagt der 80-Jährige etwa. Und macht unverblümt die FDP dafür verantwortlich, dass es zwar „Geld wie Dreck in der Welt“ gebe, aber immer noch keine Börsenumsatzsteuer, mit der sich vieles – etwa die Finanzierung der Pflege – bezahlen ließe.

Man spürt bei der Diskussion, dass sich Klöckner in Landes-Themen eingearbeitet hat, auch wenn sie beruflich noch in Berlin als Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin im Agrarministerium aktiv ist. „Ich habe kein Touristenticket“, lässt sie wissen. Will heißen: Nach der Landtagswahl gibt sie alle Posten in der Hauptstadt auf und konzentriert sich voll auf ihre Heimat Rheinland-Pfalz. Ob als Ministerpräsidentin oder als Oppositionsführerin im Landtag, das entscheidet am 27. März 2011 der Wähler.

RZ Koblenz und Region vom Donnerstag, 9. September 2010, Seite 3

Kanzlerin sieht Partei für Wahlkampf gut in Form

Von RZ-Redakteurin Claudia Renner

Berlin/Maria Laach. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der rheinland-pfälzischen CDU ihre Unterstützung im Landtagswahlkampf 2011 zugesichert. „Die Partei ist gut aufgestellt und hat die Menschen im Blick“, sagte eine sichtlich erholte und gut aufgelegte Regierungschefin in Maria Laach. Rund zwei Stunden Zeit hatte sie sich genommen, zunächst die mittelalterliche Benediktinerabtei besichtigt und vor dem Landesparteiausschuss gesprochen.

Bundespolitisch stehe das Thema Arbeit im Mittelpunkt, sagte die CDU-Bundesvorsitzende. „Wir haben sehr viele Menschen, die von Hartz IV leben. Ihnen Arbeitschancen zu geben, das hat die oberste Priorität.“

Spitzenkandidatin Julia Klöckner benannte Schwerpunkte der anschließenden Klausurtagung mit allen CDU-Parlamentariern sowie dem Landesvorstand: Staatsfinanzen, Bildung, Entschuldungsfonds für die Kommunen. Landesvorsitzender Christian Baldauf kündigte eine Landtagsinitiative für das Kultur-Welterbe an.

Im Parteiausschuss weckte Merkel Hoffnungen, dass der Gegenwind aufgrund des koalitionsinternen Dauerstreits in Berlin abflaut. „Sie hat sich vorgenommen, die Zügel wieder fester in die Hand zu nehmen“, sagte der Koblenzer Michael Fuchs, Mittelstandspolitiker der Bundestagsfraktion. Merkels Wortwitz beeindruckte die Landtagsabgeordnete Bettina Dickes: „Wenn jemand was gehört hat, dass jemand anders was gesagt haben könnte, dann soll er den anrufen, der es gesagt haben soll, bevor er damit an die Öffentlichkeit geht.“

Der Mainzer CDU-Chef und Direktkandidat Wolfgang Reichel lobte Merkels Orientierung an christlichen Werten auch in der Steuerpolitik: „Es geht um einen Haushalt, wo nicht sofort wieder Steuererleichterungen gemacht, sondern mit Blick auf die Generationengerechtigkeit Schulden abgebaut werden.“

Der Cochemer Bundestagsabgeordnete Peter Bleser hat den Eindruck, dass Merkel diesmal an den Erfolg glaubt: Seit den 1990er-Jahren hat sie immer wieder Wahlkampf in Rheinland-Pfalz gemacht und „noch nie so ein gutes Gefühl gehabt wie jetzt“.

RZ Koblenz und Region vom Mittwoch, 18. August 2010, Seite 3