Für Kesselheimer werden Wege deutlich länger

CDU fordert Linksabbiegespur in der Carl-Zeiss-Straße – Noch keine Lösung in Sicht

Die Diskussion ist nicht neu: Schon seit elf Jahren fordern die CDU-Ratsfraktion und Mitglieder des Ortsbeirats Kesselheim eine Linksabbiegespur für die Carl-Zeiss-Straße. Denn viele, die nach dem Einkauf im Gewerbepark Nord zurück nach Kesselheim fahren wollen, müssen Umwege in Kauf nehmen. Denn eine direkte Verbindung gibt es nicht.

Der Weg vom Gewerbepark zurück nach Kesselheim ist in der Tat gewöhnungsbedürftig. Allerdings war die Route über den „Ikea-Kreisel“ ein einigermaßen gute Lösung. Doch genau die könnte mit dem Bau der Nordtangente wegfallen. Denn der Kreisel soll verschwinden und durch eine normale Ampelkreuzung ersetzt werden. Die CDU geht davon aus, dass sich die Heimfahrt vor allem für Bürger aus Kesselheim, Wallersheim und Neuendorf verlängern wird.

Immense Belastung

Ein Blick zurück: Schon vor der Einweihung des Bubenheimer „Spaghettikreisels“ im Oktober 2003 war das Verkehrsaufkommen im gesamten Bereich gewaltig. Der damalige Landesbetrieb Straßen und Verkehr nannte im Dezember 2005 die Zahl von 43 000 Fahrzeugen – wohl gemerkt vor dem Beginn des Umbaus. „Inzwischen sind es deutlich mehr Fahrzeuge geworden“, betont Ortsvorsteher Herbert Dott, der sich auf Schätzungen der Stadtverwaltung beruft, die schon vor gut zehn Jahren von 48 000 Fahrzeugen ausging. Angesichts der bevorstehenden Baumaßnahmen in Richtung Bubenheim erwartet Dott weiteres Ungemach. Auch CDU-Fraktionschefin Anne Schumann-Dreyer ist überzeugt, dass sich die Situation mit dem Bau der Nordtangente deutlich verschärfen wird. Denn der „Ikea-Kreisel“ soll einer Ampelregelung weichen. Das dürfte aus Sicht der CDU gerade in den Spitzenzeiten zur Rückstaus führen. Autofahrern, die aus dem Gewerbepark zurück nach Kesselheim wollen, würde damit eine elegante Variante verloren gehen. Können sie jetzt einfach durch den Kreisel in die August-Horch-Straße fahren, müssten sie in die Straße „An der Römervilla“ abbiegen und irgendwo wenden.

Vier Kilometer Umweg

Die Alternative: bis zur August-Thyssen-Straße fahren, dann nach links in die Carl-Zeiss-Straße einbiegen, anschließend unter der B 9 hindurch in Richtung Globus und dann weiter bis zur Ampelkreuzung fahren. Von dort aus geht es dann nach links und zurück nach Kesselheim. Die CDU geht davon aus, dass sich der Umweg auf rund vier Kilometer verlängern würde. Deshalb will die Union nach den Sommerferien erreichen, dass Bewegung in die Sache kommt. Noch gelten die alten Argumente der Behörden. Die Kapazität einer Linksabbiegespur wurde schon vor zehn Jahren auf täglich rund 1100 Fahrzeugen geschätzt – aus Sicht der Planer zu wenig für eine Linksabbiegespur. Ihr Hauptargument: Die Verringerung von drei Rechtsabbiegespuren in Richtung Kreisel auf zwei würde den Hauptverkehrsstrom beeinträchtigen. Das sieht die CDU anders. Schon kleinere Umbauarbeiten an den Verkehrsinseln können die Situation deutlich entschärfen.

 

kesselheim 2015 08 17Für CDU-Fraktionschefin Anne Schumann-Dreyer (links) und Ortsvorsteher Herbert Dott (3. von links) wäre ein Umbau leicht machbar.Foto: Kallenbach

RZ Koblenz und Region, Reinhard Kallenbach vom Freitag, 14. August 2015, Seite 13