Julia KlöcknerSpitzenkandidatin fordert Mut zur ehrlichen Statistik

Die Spitzenkandidatin der rheinland-pfälzischen CDU, Julia Klöckner, hat Bildungsministerin Doris Ahnen Versagen in der Unterrichtsversorgung vorgeworfen. Stellungnahmen des Bildungsministeriums hätten deutlich gemacht, dass die Landesregierung Unterrichtsausfall offenbar billigend in Kauf nehme, sagte Klöckner am Dienstag vor Beginn der CDU-Klausurtagung im Kloster Maria Laach (Eifel).

Zuvor hatte die Landesregierung mitgeteilt, im Herbst werde das Ministerium mit einer Statistik über den “temporären und strukturellen Unterrichtsausfall” Rechenschaft ablegen. Klöckner nannte die Mitteilung “entlarvend”.

“Was sich auf den ersten Blick liest wie die Vorbereitung eines neuen Rechentricks, ist tatsächlich der Offenbarungseid einer Bildungspolitik zu Lasten unserer Schüler”, sagte die Unionspolitikerin. Das Wort vom “strukturellen Unterrichtsausfall” sei in Wahrheit nichts anderes als ein Eingeständnis, dass in rheinland-pfälzischen Schulen schlichtweg zu wenig Lehrer unterrichteten.

“Wir werden die Landesregierung damit nicht davon kommen lassen”, betonte Klöckner. Sie ergänzte: “Wir wollen keine Schönfärberei, sondern eine vollständige Bestandsaufnahme: In eine ehrliche Statistik zum Unterrichtsausfall gehört auch, wie viele Hilfslehrer ohne zweite Staatsprüfung versetzungsrelevante Noten geben, wie hoch der Unterrichtsanteil von Praktikanten ist und wie viel Unterricht lediglich in Form von Stillarbeit ‘erteilt’ wird”.

Nach Klöckners Worten hat der Unterrichtsausfall in Rheinland-Pfalz ein “nicht mehr vertretbares Maß angenommen”. Sie sprach von 18 Tagen Ausfall pro Schuljahr. Ferner würden nicht fertig ausgebildete Lehrer als “erbärmlich schlecht bezahlte Lückenbüßer” eingesetzt, um den Unterrichtsausfall zu drücken. Die CDU-Spitzenkandidatin kündigte an, als Ministerpräsidentin  werde sie verlässliche Schulzeiten in Rheinland-Pfalz sicherstellen.