Der OB-Wahlkampf in Koblenz läuft: Die Lager sind gespalten – zwischen Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig (SPD) auf der einen und den potenziellen CDU-Bewerbern Peter Labonte und Ralf John auf der anderen.
Die zufälligerweise vorwiegend aus dem SPD-Ortsverein von Herrn Altmeier stammenden derben Leserbriefe gegen die OB-Kandidaten, die sich am 22. April den Koblenzer CDU-Mitgliedern zur Wahl stellen, fordern zu einigen Bemerkungen heraus.
Herr Dr. Hofmann-Göttig, der Professor aus Leipzig, ist seit genau 40 Jahren SPD-Mitglied und wurde als Parteisoldat von Kurt Beck zum OB-Wahlkampf abkommandiert. Für wie einfältig hält die SPD die Koblenzer Wählerinnen und Wähler eigentlich, wenn sie versucht, den Alt-Genossen als “unabhängigen Kandidaten” zu verkaufen?
Ist es denn solch eine Schande, für eine traditionsreiche Volkspartei zu kandidieren – warum also der Etikettenschwindel? Wo SPD drin ist, sollte auch SPD draufstehen. Aber vielleicht fällt es ja vielen Sozialdemokraten schwer, sich zu “ihrer” SPD zu bekennen, wie im Falle des Schatzmeisters der SPD Metternich, Eberhard Stahl, der als Leserbriefautor doch tatsächlich feststellt, dass nun seine Wahlentscheidung gefallen sei und man der CDU nicht mehr das Vertrauen schenken könne. Ich denke, Sinn eines Leserbriefs ist es nicht, unter Verschweigen seiner Funktion in einer Partei zu versuchen, die Meinungsbildung der Wähler zu beeinflussen, indem man den arglosen, neutralen Bürger spielt.
Interessant ist es auch, wenn Herr Wahl OB Labonte vorwirft, er warte auf den nächsten Karrieresprung. Abgesehen davon, dass es sicherlich kein Nachteil ist, ehrgeizig zu sein, sollte sich Wahl doch einmal die unzähligen Stationen des Wandervogels Hofmann-Göttig ansehen. Ich nenne nur die letzten drei Stationen: Ministerialrat in Hessen, Ministerialdirigent im Saarland, Staatssekretär in Rheinland-Pfalz – immer auf SPD-Ticket und noch nie in einer kommunalen Verwaltung.
Also, liebe SPD: Bitte Leserbriefkampagnen und “Unabhängigkeitserklärung” des eigenen Kandidaten sein lassen und mit offenem Visier kämpfen! Dann weiß der Wähler auch genau, wer zur Wahl steht, und kann den Besseren für Koblenz aussuchen.
Andreas Biebricher, stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU Koblenz
Rhein-Zeitung – Ausgabe Koblenz und Region vom 20.04.2009, Seite 10.